Auf den Spuren Jesus

Shalom!

Vor einigen Wochen habe ich mit Paula ausgemacht, dass wir beide unbedingt mal zusammen wandern gehen müssen. Gesagt, getan. Schnell haben wir noch zwei andere Freiwillige, Manu und Kathi aus Jerusalem und Haifa ins Boot geholt und auf gings!

Unser Ziel war es, die letzte Hälfte vom Jesus Trail zu laufen. Der Jesus Trail ist ein 62km langer Wanderweg von Nazareth nach Kapernaum am See Genezareth. Er folgt dem Weg, den Jesu zurückgelegt haben soll und verbindet zahlreiche Stätten seines Wirkens und Lebens. Da wir nur das Wochenende zur Verfügung hatten, begann unsere Tour cira auf der Hälfte der Strecke.

Unsere Reisegruppe-sogar noch motivierter als die Silberlocken!

Am Freitag sind Paula und ich also um sechs aufgestanden und losgefahren. Mitten in der Pampa in der Nähe des Kibbutzes Lavi trafen wir auf unsere Weggenossen. Nachdem wir nach einigem Suchen den Wanderweg gefunden hatten, wurden wir erstmal von einer Reisegruppe hochmotivierter Silberlocken aufgehalten. Für ihr Alter waren die alle noch erstaunlich fit… Das verschaffte uns aber Zeit, noch ein Gruppenbild zu machen und den Mount Arbel von oben zu betrachten. Das Hochplateau war unser Ziel für den Abend. Schon eine erstaunliche Vorstellung, dass wir den ganzen Weg dorthin zu Fuß laufen wollten.

Unser Weg führte uns dann den Berg nach unten in ein uriges Tal. Dort unten zwischen den Bäumen war es vor allem kuhlastig. Wir sind fast die ganze Zeit über Kuhweiden gelaufen. Allerdings war das nicht schlimm, man hatte immer etwas zu gucken und wenigstens gute Gesellschaft. Durch das Tal schlängelte sich auch ein Bach. Dieser entpuppte sich als weitaus verheerender als die Kühe. Der Weg sah es vor, dass man den Bach so ungefähr 1000x mal überqueren musste. Dazu gab es Trittsteine, über die man drüberbalancieren konnte. ,,Wie lustig!“, denke ich, laufe los, in der Mitte des Flusses rutsche ich aus und stehe bis zu den Knöcheln im Matsch! Meine Schuhe und Socken waren komplett eingesaut und mit einer schönen Schlammschicht bedeckt. Huchherrje, würde die Paula jetzt sagen. 😀

Mit Matschschuhen ging es dann weiter über Stock und Stein, Kuhweiden und Bäche. Das Tal war wirklich sehr idyllisch. Am Ende des Tals lag ein Dorf, in dem uns ein netter Israeli unsere Wasserflaschen auffüllte. Ingesamt entpuppte sich dieses Dorf als Goldgrube: An fast jeder Ecke standen Orangen- und Mandarinenbäume mit reifen Früchten. Und die durften wir natürlich nicht verkommen lassen und haben fleißig geplückt! Die Orangen waren so gut! Als wir mit unserer Ausbeute weiterlaufen wollen, hält plötzlich ein Auto neben uns an. Zwei Israelis strecken ihre Köpfe raus und schenken und zum Beginn des Shabbats zwei Brote! Die Freude unsererseits war natürlich groß.

Die liebe Kathi hatte den Wunsch, sich den Sonnenaufgang über dem See Genezareth anzuschauen und wollte einen Schlafplatz mit der perfekten Aussicht für uns finden. Sehr zum Leidwesen von Paula und mir, denn wir sind cira einen Kilometer nur über Feld gelaufen, bevor wir uns niederließen (zugegebermaßen war der Spot dann aber doch schon sehr schön…). Nach gediegenen 12h Schlaf und einem Sonnenaufgang ging es am Samstag weiter.

Auf dem Mount Arbel mit Ausblick über den See Genezareth gab es für uns Frühstück.

Mount Arbel

Hier oben hatte ich ein Deja-vu: An Yom Kippur war ich schon mal auf dem Mount Arbel. Es war nur ein Eintages-Ausflug gewesen, deswegen hab ich hier nicht darüber geschrieben. Wir hatten damals auf einem Campingplatz am See geschlafen. Am Morgen war das Wasser auf dem Platz ausgefallen, sodass wir alle nur mit einem halben Liter Wasser bei 30°C zu einer 10km Wanderung aufbrechen mussten. Nachdem wir uns den Berg hochgehievt hatten, schon fast am Ende mit unseren Kräften und vollkommen verschwitzt oben angekommen waren, geschah ein Wunder. Zwei arabische Männer saßen dort, boten uns Pita, arabischen Kaffee und kaltes Trinkwasser an! Es war unglaublich… Auf jeden Fall stand ich damals auf der Bergspitze und habe noch gedacht ,,Hier komme ich nie wieder her, die Aussicht muss ich mir merken.“, tja, und dann hab ich da Frühstück gegessen. Wie es manchmal kommt.

Nach dem Frühstück ging es wieder an den Abstieg. Dieser verlangte viel Konzentration und einiges an Kletterkunst. Unten angekommen, ging es weiter übers Kuh-Minenfeld. Zur Stärkung dienten uns auf dem Weg gepflückte Grapefruits. Entschlossen wanderten wir weiter, bis wir an Bananenplantagen kamen. Die passierten wir ohne weitere Probleme (von unseren langsam schmerzenden Füßen mal abgesehen) und liefen das letzte Stück des Weges am See entlang. Hier war es ausnahmesweise mal richtig grün, total schön!

Gegen fünf Uhr, die Sonne war schon fast untergegangen, kamen wir nach 40km Wandern schlussendlich in Kapernaum an. Leider hatten alle Sehenswürdigkeiten schon geschlossen. Zuerst standen wir vor der Stadt und wussten nicht weiter. Dann entdeckte Manu einen kleinen Pfad ins Gebüsch. Kurzerhand liefen wir bei schwindendem Licht durchs Dickicht. Nach einigen Metern lichtete sich der Weg und offenbarte einen wunderbaren Ausblick über den See und auf den Sonnenuntergang. Wir waren total baff! Manu und ich konnten es uns auch nicht nehmen lassen, in dieser magischen Stimmung noch baden zu gehen. Die Bilder sprechen für sich:

Der Preis für den Trip war der unglaubliche Muskelkater, der mich den ganzen nächsten Tag verfolgte. Meine Beine haben so weh getan! Aber alles in allem war unser Ausflug richtig schön. Obwohl es nur zwei Tage waren, hat es sich wie ein Mini-Urlaub angefühlt. Ich freue mich auf die kommenden Ausflüge und Wochenenden.

Bis bald, lehitraot!

PS: Bei uns in der WG kehrt langsam die Weihnachtsstimmung ein. Die ersten Weihnachtskekse wurden schon gebacken!

Das Tote Meer

Shalom!

Letztes Wochenende ging es für uns wieder ,,on the road“! Wir waren eine große Gruppe: vier Leute aus zwei WGs in Tel Aviv und drei Freiwillige aus Jerusalem. Gemeinsam wollten wir in den Ein Gedi Nationalpark und ans Tote Meer fahren.

Voller Vorfreude fuhren Mina und ich also zur Central Bus Station in Tel Aviv- nur um dort unseren Bus nach Jerusalem und somit auch den Anschlussbus nach Ein Gedi zu verpassen. Die Schlange vor dem Bus war einfach zu lang als das wir noch reingepasst hätten. Aber nagut, es wäre ja nicht Israel, wenn alles glatt laufen würde. Die Jerusalemer fuhren also schonmal vor und wir später hinterher.

Endlich angekommen, schlugen wir in der Nähe vom Nationalpark unser Zelt auf. Wir gingen früh ins Bett, um am nächsten Tag fit zu sein und uns den Sonnenaufgang anschauen zu können. Den Platz, den wir uns zum Campen aufgesucht hatten, war echt schön! Als wir am nächsten Tag beim Frühstück saßen, lief erstmal eine Herde von bestimmt 20 Steinböcken an uns vorbei.

Dann ging es für uns in den Nationalpark. Der ist so schön. Er liegt mitten in der Wüste in einer Schlucht zwischen zwei Hochplateaus. Durch die Schlucht schlängelt sich ein Fluss, der das Leben dort ermöglicht. Überall gibt es Wasserfälle, unter denen man baden kann. Der Park ist bekannt für seine Vegetation und seine Tierarten. Unter anderem leben Klippschliefer und Steinböcke dort. Der Name Ein Gedi heißt wortwörtlich übersetzt auch so etwas wie „Ziegen-Quelle“, ein Hinweis auf die Tierpopulation vor Ort. Wir sind an verschiedenen kleinen Wasserfällen entlang gewandert und haben in natürlichen Pools gebadet. Schaut euch einfach die Bilder an, die sagen mehr als mein Geschwafel hier 😀

Leider hatte der zweite Teil des Tals schon geschlossen, bevor wir ihn ,,bewandern“ konnten. Da müssen wir wohl leider nochmal zurückkommen…;)

Drei unserer Freunde haben sich dann dafür entschieden, wieder nach Hause zu fahren. Wir vier, die dann noch übrig waren, beschlossen daraufhin, anstatt noch eine Nacht zu campen in Jerusalem in der WG von einem Freund zu schlafen. Ihr seht, wir sind ganz harte Camper!

Nach einer behüteten Nacht im Warmen, ging es dann für uns ans Tote Meer. Wir waren alle total aufgeregt und gespannt. Wie wird es wohl sein, schwerelos auf dem Wasser zu schweben? Als Badestelle haben wir uns den Kalia-Beach ausgesucht. Zwar mussten wir einige Schekel für dessen Benutzung bezahlen, doch dafür bekamen wir Duschen gestellt, etwas, was man bei einem Bad im Toten Meer nicht unterschätzen sollte! Es ist nämlich nicht ungefährlich dort zu Baden. Der hohe Salzgehalt in Verbinung mit den hohen Temperaturen vor Ort (als wir dort waren ca. 28°C) wirkt sehr austrocknend auf den Körper, sodass man Acht geben muss, nicht zu dehydrieren. Außerdem sollte man keine offenen Wunden oder sich kurz davor rasiert haben, denn das brennt extrem auf der Haut. Den Kopf unter Wasser zu tauchen, ist auch nicht erlaubt, da das Salzwasser sollte auf keinen Fall in die Augen gelangen sollte.

Trotzdem war es auf jeden Fall über alle Maße lustig, in dem salzigsten See der Welt zu Baden. Man schwimmt wie eine Boje auf dem Wasser. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl. Selbst wenn man wöllte, könnte man nicht untergehen. Natürlich haben wir uns danach auch noch mit dem berühmten Naturschlamm am Strand eingerieben. Von der Pflegewirkung haben wir nichts bemerkt, aber Spaß gemacht hat es trotzdem! Hier noch ein paar tausend Bilder:

Als wir am Abend nach Tel Aviv in unsere Wohnung zurück gekommen sind, hat es sich schon fast angefühlt, wie nach Hause zu kommen. Ich mag Israel immer mehr. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken.

Nächstes Wochenende geht es nach Nazareth!

Bis bald, lehitraot!

PS: Bei uns in der Mädels-WG sind Läuse ausgebrochen. Das ist ein Spaß, sag ich euch… :)))

Check-up aus Deutschland

Shabbat shalom!

Über Sukkot, dem jüdischen Laubhüttenfest, hatte ich schon das erste Mal Besuch aus Deutschland! Am 16. Oktober klingelte es 6:15 Uhr morgens an unserer Tür. Ich sprintete zur Tür und wurde von meiner Schwester, meiner Mama und ihrem Freund Jan empfangen. Freudestrahlend schlossen wir uns alle in die Arme!

Leider waren sie alle durch ihren Nachtflug sehr müde und ich musste auf Arbeit, sodass sich unsere Wege bis zum Nachmittag erstmal wieder trennten. Nach der Arbeit bin ich sie sofort in ihrer Ferienwohnung besuchen gekommen. Dort haben wir Neuigkeiten ausgetauscht und gequatscht. Und natürlich habe ich bewundert, was mein kleiner Bruder in den sechs vergangenen Wochen gelernt hat! Mittlerweile kann er krabbeln, hat fünf neue Zähne und zieht sich an allem, was ihm in den Weg kommt, hoch. Es ist echt bewundernswert, wie viel er in der kurzen Zeit gelernt hat und wie sehr er sich verändert hat. Fast genauso viel Begeisterung wie mein kleiner Bruder löste das große Nutella-Glas aus, das auf dem Esstisch stand. Nach dem ersten Zusammentreffen in der Wohnung sind wir zu mir gegangen, ich habe ihnen unsere Wohnung gezeigt und wir haben meine Sachen aus ihren Koffern ausgepackt. Sie waren nämlich so lieb und haben mir Unmengen (!!!) an Schokolade und Keksen mitgebracht (um euch die Größenordnungen vor Aufgen zu führen: Ich hab jetzt alleine 12 Tafeln Schoki).

Die nächsten fünf Tage hatte ich aufgrund der jüdischen Feiertage frei. So haben wir uns am Donnerstag in einen Mini-Bus gequetscht, sind zum Carmel Markt gefahren und durch Tel Aviv spaziert. Es war echt komisch, meine Familie in ,,meiner“ Welt zu sehen. Mich hat nicht nur einmal das Gefühl beschlichen, dass ich ihnen Tel Aviv gar nicht so zeigen kann, wie ich es erlebe. Ich erlebe ein anderes Tel Aviv als sie in der kurzen Zeit, in der sie hier sind, mitbekommen können. Trotzdem habe ich es genossen, mit ihnen durch die Gassen zu bummeln.

Die nächsten Tage haben wir uns Jaffa und Akko angeschaut. Akko ist eine Stadt im Norden von Israel, direkt am Meer. Sie ist vor allem bekannt durch seine Kreuzritter-Vergangenheit und für ihre Altstadt. Ihr Hafen ist einer der ältesten der Welt. Kein Wunder, dass die Stadt als UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde! Sie ist vor allem arabisch geprägt. Es gibt einen großen Markt, der sich durch die ganzen kleinen Gässchen erstreckt. Die Altstadt ist von einer Mauer begrenzt und gleicht einem einzigen Labyrinth. Leider haben wir die alten Ritterhallen, eine große Sehenswürdigkeit Akkos, nicht gefunden. Dafür war der Hummus fantastisch. Nach Akko muss ich auf jeden Fall nochmal fahren!

Danach sind wir wieder zurück nach Tel Aviv gefahren und durch den Levinski-Gewürzmarkt, über den Rothschild-Boulevard (bekannt für seine Bauhaus-Gebäude) und am Hafen entlangspaziert. An vielen Ecken war ich bisher selbst noch nicht gewesen und es war echt schön, Tel Aviv so nochmal neu erkunden zu können. Natürlich durften auch die obligatorischen Kaffeepausen für Mama nicht fehlen. Hugo hat dafür gesorgt, dass die niemals langweilig wurden. Mal war er von den Ventialoren unglaublich begeistert, ein anderes Mal von einer überaus interessanten Plastikflasche..

An unserem letzten gemeinsamen Tag habe ich ihnen den Strand von Hadera gezeigt. Nach einer kurzen Wanderung über die Dünen, gelangten wir zu einer nahegelegenen, wunderschönen Bucht. Meine Mama war total begeistert davon! Mein Besuch hat sich dann noch ohne mich Jerusalem angeschaut, weil ich dann leider wieder arbeiten musste. Den Abend haben wir gemeinsam im Restaurant ausklingen lassen… 🙂

Ich war sehr froh über den Besuch aus Deutschland. Am Ende war ich schon sehr traurig, dass sie wieder fahren mussten. Ich denke, dass der Urlaub allen Beteiligten sehr gut getan hat. Meine Mama konnte beruhigten Gewissens sehen, dass ich hier in Israel wirklich alleine klar komme! Ich habe mich sehr gefreut, alle wiederzusehen.

In dem Sinne, bis zum nächsten Mal, lehitraot!

PS: An alle Verwandten und Freunde: haltet euch fest, schnallt euch an, sichert eure Lebensmittelvorräte: Isa kommt zu Weihnachten eine Woche nach Deutschland!

PPS: Es tut mir leid, dass so lange kein neuer Eintrag kam!

Medizin auf Hebräisch

Shalom!

Letzte Woche habe ich mit meiner Arbeit im Krankenhaus angefangen. Doch bevor ich davon anfange, zu erzählen, ein kleiner Sprung nach vorne:

In Vorbereitung auf unsere Arbeit auf den Stationen hat uns das Krankenhaus einer Woche ,,Nursery Teaching“ unterzogen. In dieser Woche sollten wir die wichtigsten Sicherheitsvorschriften und grundlegende pflegerische Tätigkeiten erlernen. Am ersten Tag erfuhren wir auch endlich unsere Stationen. Ich arbeite auf der Inneren Medizin. Die nächsten Tage über hatten wir Teachings übers Hände desinfizeren, die Ernährung im Krankenhaus und wie wir uns beispielsweise im Brandfall verhalten sollen. Richtig spannend wurde es, wenn wir selber tätig werden durften. So haben wir uns gegenseitig Blutdruck und Blutzucker gemessen. Am letzten Tag bekamen wir unsere Arbeitsuniformen und haben an Puppe Dalia das Waschen eines Patienten geübt. Zum Glück konnte Dalia nicht widersprechen, sonst hätte sie sich das ein oder andere Mal beschwert. Auch wie man einen Patienten füttert, wurde uns erklärt.

Letzte Woche war dann Schluss mit Lustig, die Arbeit hat angefangen. Da ich bis jetzt nur fünf Tage gearbeitet habe, kann ich noch nicht wirklich viel dazu sagen. Aber soviel zum ersten Eindruck:

Die Leute sind total lieb und passen auf, mich langsam an die Arbeit ranzuführen. Ständig wird mir irgendwas zu Essen (Kuchen und Süßes) oder zu Trinken (Tonnen an Kaffee) angeboten. Ich komme mir wirklich ein wenig gemästet vor. Vom ersten Tag an messe ich die Vitalzeichen von allen Patienten. Ansonsten putze ich, fülle Schränke auf, mache Botengänge. Heute wurde ich auch ans Essen austeilen rangeführt. Tatsächlich ist die Sprache ein großes Problem. Als jemand meinte, die Hauptumgangssprache im Krankenhaus sei Englisch, meinte er wohl unter den Ärtzen, nicht unter dem einfachen Fußvolk. Die Kuach Eser (die Hilfen der Schwestern) mit denen ich zusammenarbeite, können nur sehr wenig Englisch. Viele können besser Russisch als Englisch reden. Tja, muss ich halt umso mehr Hebräisch lernen! Im ein oder anderen Moment fühle ich mich in dem ganzen Hebräisch aber schon verloren. Manchmal habe ich das Gefühl, zugleich unter- und überfordert zu sein. Wenn mich ein Patient anspricht, möchte ich ihm helfen können. Ich bin optimistisch, dass das mit der Zeit besser wird. Man braucht halt ein bisschen Zeit, um in die Station reinzukommen. Zum Glück arbeite ich mit einer anderen netten, israelischen Freiwilligen zusammen! Sie hilft mir bei vielem.

In der nächsten zwei Wochen habe ich jedoch ständig freie Tage, da ich aufgrund der jüdischen Feiertage hier nicht arbeiten muss. Da muss ich halt leider leider am Strand liegen… 🙂

Soviel zum ersten Eindruck von der Arbeit im Krankenhaus!

Bis bald, lehitraot!

Jerusalem

Vom 29. September bis 01. Oktober wurde hier Rosh Hashana, das neue Jahr, gefeiert. Der jüdische Jahreskalender unterscheidet sich von unserem, sodass das neue Jahr Ende September beginnt. Für uns hieß das nur, dass wir vier freie Tage hatten. Und wie wollten wir die nutzen? Wir fuhren in die heilige Stadt- nach Jerusalem!

Soldaten feiern den Beginn von Shabbat

Unser Aufenthalt begann erstmal mit einem riesigen Einkauf. Über Rosh Hashana haben nämlich alle Läden geschlossen. Das bedeutet, dass wir uns mit Lebensmitteln für vier Tage eindecken mussten. Schlafen konnten wir zum Glück in der WG eines anderen Freiwilligen vom DRK. Danach sind wir zur Klagemauer gegangen, um den Beginn von Shabbat an der Mauer zu sehen. Soldaten tanzten im Kreis und sangen religöse Lieder. In dem Abschnitt vor der Mauer, der für Männer zugänglich ist, feierten ultraorthodoxe Juden den Shabbat. Es war aus Respekt vor der Religion sogar verboten, Fotos zu machen. Juden dürfen nämlich an Shabbat gar keine elektronischen Geräte benutzen.

Am Samstag haben wir an einer kostenfreien Stadtführung (von Sandemanns) durch die Altstadt teilgenommen. Das war wirklich sehr interessant, ich kann das nur weiterempfehlen! Es macht total Spaß, durch die engen Gassen und Märkte der Altstadt zu wandern und die Atmosphäre zu genießen. Zum Abschluss des Tages haben wir uns den Sonnenuntergang vom Ölberg aus angeschaut. Die Farben waren unglaublich. Preis für den herrlichen Ausblick: Es war arschkalt. In Tel Aviv kann man auch abends um 22 Uhr noch im T-Shirt rumrennen, in Jerusalem kühlt es sich schon um 19 Uhr auf 20 Grad runter und wenn noch Wind dazukommt, ist das echt frisch. Hier ein paar Impressionen:

Sonntag mussten wir dann halb 6 aufstehen, wir wollten nämlich auf den Tempelberg zum Felsendom! Wir hatten einige Befürchtungen, darüber dass wir nicht reinkommen können, weil wir nicht wussten, wie streng die Kleidervorschriften sein würden. Zum Glück ging alles gut. Der Felsendom ist echt unglaublich. Er ist so schön. Hunderte Geschichten ranken sich um ihn. Hier soll Mohammed in den Himmel aufgefahren sein. Den ganzen Platz hüllt eine ganz besondere Atmosphäre ein. Es ist ein ganz erhabenes, friedliches Gefühl. Ich habe mich wirklich – Achtung, es wird kitschig! – dem Himmel ein Stück näher gefühlt. Wir saßen lange da und haben den Dom betrachtet.

Den Tag darauf sind wir nach Bethlehem gefahren. Für alle Blitzmerker: Das ist der Ort, an dem Jesus geboren wurde :). Tatsächlich enttäuschte mich Bethlehem zuerst total. Die Stadt ist sehr heruntergekommen und überall liegt Müll. Als Tourist wird man von den Einheimischen gemustert oder angequatscht, ob man nicht irgendwas kaufen will. Die Geburtskirche ist total von Touristen überlaufen. An die Geburtsgrotte, in der Jesus auf die Welt kam, sind wir gar nicht rangekommen. Erst die israelisch-palästinische Mauer hat mich beeindruckt. Die ganze Mauer ist von Graffitis geschmückt – unter anderem stammen sie sogar vom berühmten Streetart-Künstler Banksy!

Den Dienstag haben wir die Erlöserkirche und den Garten Gethsemane besichtigt. Die Aussicht vom Turm der Kirche über die Altstadt ist echt der Hammer! Ich bin zufälligerweise umsonst hochgekommen, ansonsten muss man einige Schekel dafür hinlegen, aber die lohnen sich auf jeden Fall. Für große Leute könnte die Wendeltreppe zum Turm jedoch sehr eng werden. In den Garten Gethsemane ging Jesus in der Nacht, bevor er verhaftet wurde. Er sprach mit Gott und bat ihn, um ein anderes Schicksal. Die Basilica neben dem Garten errinnert daran: Die Wände und Decke sind dunkelblau und mit Sternen übersäht, um der Nacht zu gedenken. Zum Abschluss unseres Trips haben wir uns noch die Aussicht über Jerusalem von Österreichischen Hospitz aus angeschaut.

Die Tage waren echt schön. Ich habe es total genossen, Jerusalem zu entdecken.

Nach Jerusalem, in deine Stadt, werden wir voller Freude zurückkehren.

jüdisches Gebet

Bis bald, lehitraot!

IsREAL now?

Heute bin ich schon seit einem Monat und 5 Tagen hier. Dieser Beitrag soll darüber sein, was mir in den letzten Wochen so an Israel und den Menschen hier aufgefallen ist.

Zu aller erst: Israel ist wunderschön! Ich liebe Tel Aviv und es wunderbar, so nah am Meer zu leben. Da die Temperaturen ja immer noch durchgehend bei 30°C liegen, kann man auch jetzt noch entspannt baden gehen. Die Badekultur in Tel Aviv unterscheidet sich jedoch deutlich von der Ostsee: Statt Strandkorb und kleinen Kindern sieht man hier muskulöse Männer, die am Strand trainieren. Noch nie habe ich so viele Poser und gutaussehende Menschen auf einem Haufen gesehen. Hier gilt das Motto: Sehen und gesehen werden. Ob man das jetzt gut findet oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen ;).

Während des letzten Monats hatten wir verschiedene Teachings: das Orientierugsseminar, den Sprachkurs und dann letzte Woche das Nursery Training. Alle hatten eins gemeinsam: Wir haben uns währenddessen den Arsch abgefroren! Die Israelis haben wirklich ein gestörtes Wärme-Kälte-Empfinden. Geht man aus dem Haus schwitzt man, steigt man in den Bus, empfängt einen der Nordpol. Ich habe jeden Tag eine lange Bluse mit, um nicht zu erfrieren. Während des Orientierungsseminars saßen wir sogar im Wollpulli da! Der einzige Kommentar unserer Betreuer war nur: Ist doch gar nicht so kalt! Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass hier 6 Monate im Jahr so warme Temperaturen herrschen, auf jeden Fall hat die Klimaanlagen-Kultur der Israelis für die ein oder andere Erkältung unter uns Freiwilligen gesorgt…

Soldaten an der Bushaltestelle im Zentrum von Tel Aviv

Eine weitere Auffälligkeit ist die Präsenz des Militärs im Alltag. Für alle, die es noch nicht wissen: In Israel herrscht eine Wehrpflicht. Frauen müssen 2 Jahre ableisten, Männer 3 Jahre. Alle Jugendlichen in unserem Alter dienen also dem Militär. Das sorgt dafür, dass man auf der Straße oft Soldaten sieht und nicht selten tragen sie auch Waffen. Wenn ich einen Soldaten mit Maschinengewehr sehe, finde ich das erstaunlicherweise gar nicht mehr so schlimm. Ich empfinde es sogar überraschenderweise als sicher. Unwohl wird mir nur, wenn ich Zivilisten mit riesigen Gewehren durch die Einkaufsmeile laufen sehe. Ich fand es auch leicht beunruhigend, als der Gewehrlauf eines Soldaten während meiner Busfahrt in die Stadt die ganze Zeit direkt auf mich gezeigt hat. Aber das gehört hier einfach dazu, daran muss man sich gewöhnen. Man kommt übrigens auch in keine Shopping-Mall oder in keinen Bahnhof rein, ohne sich erstmal einer Taschenkontrolle unterziehen zu müssen! Ich habe mich letztens mit einem Israeli unterhalten, der meinte, dass es, wenn es diese Militärpräsenz nicht gebe, Israel nicht mal halb so sicher wäre. Das regt einen dann doch zum Nachdenken an.

Insgesamt gesehen sind die Israelis aber trotzdem total offene und herzliche Menschen. Nirgendwo in Deutschland sind mir so freundliche, hilfsbereite und aufgeschlossene Leute begegnet. Total leicht kommt man mit ihnen ins Gespräch. Auf unserer Fahrt nach Haifa haben wir uns ganz spontan eine Stunde lang mit einem Soldaten unterhalten. Auf der Straße helfen einem die Menschen ganz selbstverständlich und nehmen Umwege in Kauf, bloß um einem behilflich zu sein. Unseren ganzen ersten Einkauf über hat uns eine Omi begleitet, die uns geholfen hat, die Supermarkt-Angebote zu übersetzen. Als wir versucht haben, unsere Buskarte zu bekommen und gescheitert sind, hat eine Frau von sich aus extra nochmal nachgefragt und uns im Nachhinein gesagt, warum es nicht geklappt hat. Allerdings gibt es auch genauso viele unglaublich unfreundliche Leute. Es gibt wirklich kein Dazwischen. Entweder wirst du mit offenen Armen empfangen oder angeschrien.

Eine weitere Eigenart der Israelis: alte Möbel werden einfach auf die Straße gestellt und von anderen Leuten mitgenommen. Wir vermuten auch, dass unsere Sofas von der Straße sind. Ich weiß auch nicht, ob ich das Ganze ecklig oder cool finden soll :D.

Und last but not least: Israel ist so unglaublich teuer! Eine Packung Käse kostet 4 Euro. Joghurt kostet 4 Euro. Der billigste Wein kostet 4-5 Euro. Bier liegt bei mindestens 1,50€ pro Flasche im Supermarkt. Bei den Restaurants muss ich gar nicht erst anfangen. Wir haben schon oft Israelis gefragt, wo man die billigsten Lebensmittel kaufen kann und nicht selten mussten wir uns die Antwort anhören: ,,Everything in Israel is expensive!“. Sad but true… Vor allem für meinen Geldbeutel traurig.

Die Isralis können manchmal echt verrückt sein, aber mir gefällt es hier immer besser. Besonders die freundliche und offene Art lerne ich immer mehr zu schätzen!

Bis dahin, Lehitraot!

Jaffa

Schon lange bevor Tel Aviv existierte, dominierte Jaffa als bedeutende Hafenstadt den Osten Israels. An seinem Hafen legten wichtige Schiffe an, die Einwanderer, Rohstoffe und Pilger ins Land brachten. So wuchs die Stadt im 19. Jh. schnell an. So trafen sich 1906 60 jüdische Familien in Jaffa, um eine komplett neue jüdische Stadt zu planen. Sie kauften 12 Hektar kahler Sanddünen im Norden Jaffas, teilten sie in 60 Teile und veranstalteten eine Lotterie (mit Muscheln) um das Land. 1909 entstanden erste Wohnhäuser auf dem Boden der neuen Stadt. So gründete sich Tel Aviv aus Jaffa.

Heute ist Tel Aviv um einiges größer und bedeutender als die ehemalige Hafenstadt. Dennoch begaben wir uns gestern auf den Flohmarkt nach Jaffa und waren von ihrem Charme erstaunt:

Mir hat am meisten ein Teppichladen gefallen. Der ganze Laden war vollgestopft mit Teppichen. Beim Aussuchen unseres ,,shatiach“ (=Teppich), musste ich mich auf eine Klettertour in die Tiefen des Ladens begeben.

Unser kleiner Ausflug endete mit einem wunderschönen Panoramablick über die Küstenlinie Tel Avivs.

Bevor ich den Beitrag hier abschließe, noch eine kleine Anekdote vom Nachmittag davor: Unser Briefkasten ließ sich nicht mit dem Schlüssel aus unserer Wohnung öffnen. Allerdins erwartete ich Post. Ich also den Handwerker angeschrieben, dass er nicht funktioniert. Der Handwerker antwortet typischerweise nicht. Ich schreibe ihm nochmal. Bevor wir uns dann nach Jaffa losmachen wollen, öffnet sich plötzlich unsere Wohnungstür und -siehe da- ohne Vorwarnung steht der ,,handyman“ in unserer Wohnung. Er hat allerdings auch keinen Ersatz für unseren Schlüssel. Und wie löst er das Problem?? Er bricht einfach das Schloss unseres Briefkastens heraus. Mir fehlen immer noch die Worte … 😀

und somit bis bald, lehitraot!

PS: Wir haben das besagte Bus-und Bahnticket aus dem letzten Beitrag noch bekommen! Seitdem fahren wir nur noch Bus hihi..

Wirklich angekommen?

Vor über einer Woche sind wir nun in unser Apartment eingezogen. Jeden Tag strömen so viele Eindrücke auf mich ein, dass ich das Gefühl hab, gar nicht alles festhalten zu können. Ich fange mal vorne an:

Letzte Woche Dienstag hat unser Sprachkurs angefangen. Der Unterricht macht mir echt Spaß. Die Sprache ist ganz anders als jede europäische Sprache, was das Ganze sehr interessant macht. Wir machen alle schnell Fortschritte und ich bin dadurch sehr motiviert. Außerdem habe ich das Gefühl durch die Sprache, die Kultur näher kennen zu lernen. Es gibt beispielsweise keine Unterschiede zwischen formaler und informaler Rede (die Israelis sind bekannt dafür, schnell persönlich zu werden und Privates und Arbeit zu vermischen), dafür aber zwei Formen jeweils für männliche und weibliche Sprecher. So viel zu Gendern in Israel.

Nach den Kursen haben wir immer in der Mensa mitgegessen (because delicious food for free). Für die Nachmittage hatten wir uns unterschiedliche Dinge vorgenommen, die dann jedoch nur semi-erfolgreich verliefen. Wir rennen zum Beispiel seit Tagen einem ganz bestimmten Bus- und Bahnticket hinterher. Da wir bis jetzt jede Busstrecke bezahlen müssen, laufen wir ihr wortwörtlich nach und pumpen dadurch unseren Schrittzähler nach oben. Auch unsere Fahrt nach Rishon LeZion, um mein Fahrrad abzuholen, haben wir auf halber Strecke abgebrochen. Es funktioniert halt nicht alles auf Anhieb.

Dafür haben wir einen Staubsauger gekauft! Mit nur 150 ILS (ca 37€) war er ein echtes Schnäppchen. Er ist typisch israelisch: winzig klein, das Kabel ist gefühlt zwei Meter lang und macht Lärm für 3 Staubsauger. Wir haben ihn trotzdem lieb!

Da eine Mitbewohnerin am Donnerstag Geburtstag hatte, haben wir unser erstes Wochenende gleich mit einer Party eingeläutet. Den Tag darauf sind wir Amelie, eine Freundin vom Vorbereitungsseminar, in einem Dorf in der Nähe von Tel Aviv besuchen gefahren. Der Strand bei ihr in der Nähe war traumhaft! Leider hat er mir den schlimmsten Sonnenbrand meines Lebens verpasst.

Im Moment fühlt sich die Zeit hier wie ein Urlaub an. Ein aufregender Urlaub mit Leuten, die man zwar vorher noch nicht kannte, die einem jedoch schnell sehr nahe stehen. Ich frage mich, wann und wie ich mich hier wie Zuhause fühlen kann.

Bis dahin, lehitraot!

Der Start

Shalom!

In den Tagen bevor die Arbeit anfing, haben wir unseren ersten Shabbat hier in Israel erlebt. Shabbat, der wöchentliche Ruhetag des Judentums, geht von Freitag- bis Samstagabend. In der Zeit sind (fast) alle Geschäfte geschlossen und die Busse fahren nicht mehr. Insgesamt wurde es auf den Straßen deutlich ruhiger. Fast hätten wir vergessen einkaufen zu gehen, bevor alles zu hat (upsi). Wir waren zuerst unsicher, wie wir uns kleiden sollten, haben dann jedoch schnell bemerkt, dass Tel Aviv in der Hinsicht sehr liberal ist. Als uns die Einheimischen in Mini-Kleid mit Spaghettiträgern entgegen kamen, fielen auch die letzten Sorgen.

Ansonsten lagen wir am Strand und haben die Stadt erkundet. Außerdem hatten wir Besuch von zwei Freunden, Amelie und Anton. Hier ein paar Eindrücke:

Am Sonntag hatten wir dann unseren ersten Arbeitstag!

Wir hatten wirklich gar keine Ahnung, was auf uns zukommen würde, ob wir anfangen würden zu arbeiten, eingewiesen oder rumgeführt werden. Und was gabs? Frühstück! Die haben einfach ein großes Frühstück für uns vorbereitet! Total cool! Anschließend haben wir was übers Ichilov Hospital an sich erfahren und wurden den Oberschwestern vorgestellt. Danach wurde mit Sekt (!!) angestoßen und ein Gruppenfoto gemacht. Aber das Beste kommt erst noch: die nächsten drei Wochen bekommen wir einen Hebräisch-Sprachkurs. Darauf folgt dann noch eine Woche ,,nursery teaching“, bevor Anfang Oktober die richtige Arbeit beginnt.

Wir wurden wirklich so herzlich und freundlich empfangen! Niemand von uns hat mit so einer Begrüßung gerechnet. Ich fühle mich echt gut aufgehoben im Krankenhaus. Als Livia, eine Freiwillige, heute krank geworden ist, hat Shlomit, unsere Betreuerin, auch gleich dafür gesorgt, dass sie in der Notaufnahme schneller aufgerufen wird. Ich freue mich, auf den Sprachkurs morgen! 😀

Bis dahin, lehitraot (=Auf Wiedersehen)!

Ankommen

Endlich ging die Reise los. Endlich hatte das Warten ein Ende. Vor zwei Tagen, am 27. August 2019, habe ich den Flug nach Israel genommen.

Ich bin mit einigen anderen Freiwilligen, die ich beim Vorbereitungsseminar in Teterow kennen gelernt habe, losgeflogen. Auf dem Flughafen in Tel Aviv trafen wir dann noch einige andere Freiwillige von anderen Organisationen, sodass wir uns dann in einer Gruppe von ca. 12 Leuten auf den Weg nach Haifa zum Orientierungsseminar gemacht haben. Dank der W-Lan-Hotspots am Flughafen und der ganzen Bus-und Bahnhaltstellen (hier kann sich Deutschland noch eine Scheibe abschneiden) und der schlauen App ,,Moovit“ kamen wir sicher am Ziel an. Nachdem ich allerdings die Nacht kaum geschlafen hatte, bin ich am Abend einfach nur ins Bett gefallen und kann, außer dass das Essen sehr sehr lecker (!!) war, nichts mehr erzählen.

Der Mittwoch war spannender. Vormittags hatten wir verschiedene Seminare, um uns gegenseitig kennenzulernen, über das WG-Leben, zu Organisatorischem etc. Unter anderem wurden wir in die WGs eingeteilt. Die Info, dass wir eine reine Mädchen-WG sind, hat im ersten Moment eine kleine Schockstarre bei mir ausgelöst. Die hab ich aber mittlerweile überwunden und bin postitv gestimmt!! Am Nachmittag haben wir uns die ,,Rav Kav“ geholt. Das ist wie eine Prepaid-Karte zum Bus-und Bahnfahren. Und dann haben wir es endlich geschafft, an den Strand, den Carmel Beach, zu gehen! Das Wasser war warm, hinter einem lag die hell erleuchtete Stadt und über einem funkelten vereinzelte Sterne, es war toll. Also das Leben eines Freiwilligen könnte schlimmer sein – und dann hat uns die Polizei aus dem Meer geholt, upsi :).

Heute sind wir in unsere WG in Tel Aviv eingezogen. Ich teile mir ein Zimmer mit Toni. Die Wohnungen in Israel unterscheiden sich deutlich von dem deutschen Standard (bedeutet sie liegen deutlich darunter). Allerdings denke ich, dass wir mit unserer Glück gehabt haben. Noch sind uns keine Kakerlaken über den Weg gelaufen, unsere Klimaanlage funktioniert und Schimmel gibt es auch noch nicht (, obwohl dieser wahrscheinlich noch kommen wird). Wir müssen ihr allerdings noch den gemütlichen und heimischen Touch verleihen, momentan wirkt sie ein wenig lieblos. Auf jeden Fall haben wir schon das Dach ausgekundschaftet, die Aussicht ist der hammer!

Tel Aviv bei Nacht