Vom 29. September bis 01. Oktober wurde hier Rosh Hashana, das neue Jahr, gefeiert. Der jüdische Jahreskalender unterscheidet sich von unserem, sodass das neue Jahr Ende September beginnt. Für uns hieß das nur, dass wir vier freie Tage hatten. Und wie wollten wir die nutzen? Wir fuhren in die heilige Stadt- nach Jerusalem!

Soldaten feiern den Beginn von Shabbat

Unser Aufenthalt begann erstmal mit einem riesigen Einkauf. Über Rosh Hashana haben nämlich alle Läden geschlossen. Das bedeutet, dass wir uns mit Lebensmitteln für vier Tage eindecken mussten. Schlafen konnten wir zum Glück in der WG eines anderen Freiwilligen vom DRK. Danach sind wir zur Klagemauer gegangen, um den Beginn von Shabbat an der Mauer zu sehen. Soldaten tanzten im Kreis und sangen religöse Lieder. In dem Abschnitt vor der Mauer, der für Männer zugänglich ist, feierten ultraorthodoxe Juden den Shabbat. Es war aus Respekt vor der Religion sogar verboten, Fotos zu machen. Juden dürfen nämlich an Shabbat gar keine elektronischen Geräte benutzen.

Am Samstag haben wir an einer kostenfreien Stadtführung (von Sandemanns) durch die Altstadt teilgenommen. Das war wirklich sehr interessant, ich kann das nur weiterempfehlen! Es macht total Spaß, durch die engen Gassen und Märkte der Altstadt zu wandern und die Atmosphäre zu genießen. Zum Abschluss des Tages haben wir uns den Sonnenuntergang vom Ölberg aus angeschaut. Die Farben waren unglaublich. Preis für den herrlichen Ausblick: Es war arschkalt. In Tel Aviv kann man auch abends um 22 Uhr noch im T-Shirt rumrennen, in Jerusalem kühlt es sich schon um 19 Uhr auf 20 Grad runter und wenn noch Wind dazukommt, ist das echt frisch. Hier ein paar Impressionen:

Sonntag mussten wir dann halb 6 aufstehen, wir wollten nämlich auf den Tempelberg zum Felsendom! Wir hatten einige Befürchtungen, darüber dass wir nicht reinkommen können, weil wir nicht wussten, wie streng die Kleidervorschriften sein würden. Zum Glück ging alles gut. Der Felsendom ist echt unglaublich. Er ist so schön. Hunderte Geschichten ranken sich um ihn. Hier soll Mohammed in den Himmel aufgefahren sein. Den ganzen Platz hüllt eine ganz besondere Atmosphäre ein. Es ist ein ganz erhabenes, friedliches Gefühl. Ich habe mich wirklich – Achtung, es wird kitschig! – dem Himmel ein Stück näher gefühlt. Wir saßen lange da und haben den Dom betrachtet.

Den Tag darauf sind wir nach Bethlehem gefahren. Für alle Blitzmerker: Das ist der Ort, an dem Jesus geboren wurde :). Tatsächlich enttäuschte mich Bethlehem zuerst total. Die Stadt ist sehr heruntergekommen und überall liegt Müll. Als Tourist wird man von den Einheimischen gemustert oder angequatscht, ob man nicht irgendwas kaufen will. Die Geburtskirche ist total von Touristen überlaufen. An die Geburtsgrotte, in der Jesus auf die Welt kam, sind wir gar nicht rangekommen. Erst die israelisch-palästinische Mauer hat mich beeindruckt. Die ganze Mauer ist von Graffitis geschmückt – unter anderem stammen sie sogar vom berühmten Streetart-Künstler Banksy!

Den Dienstag haben wir die Erlöserkirche und den Garten Gethsemane besichtigt. Die Aussicht vom Turm der Kirche über die Altstadt ist echt der Hammer! Ich bin zufälligerweise umsonst hochgekommen, ansonsten muss man einige Schekel dafür hinlegen, aber die lohnen sich auf jeden Fall. Für große Leute könnte die Wendeltreppe zum Turm jedoch sehr eng werden. In den Garten Gethsemane ging Jesus in der Nacht, bevor er verhaftet wurde. Er sprach mit Gott und bat ihn, um ein anderes Schicksal. Die Basilica neben dem Garten errinnert daran: Die Wände und Decke sind dunkelblau und mit Sternen übersäht, um der Nacht zu gedenken. Zum Abschluss unseres Trips haben wir uns noch die Aussicht über Jerusalem von Österreichischen Hospitz aus angeschaut.

Die Tage waren echt schön. Ich habe es total genossen, Jerusalem zu entdecken.

Nach Jerusalem, in deine Stadt, werden wir voller Freude zurückkehren.

jüdisches Gebet

Bis bald, lehitraot!

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