Heute bin ich schon seit einem Monat und 5 Tagen hier. Dieser Beitrag soll darüber sein, was mir in den letzten Wochen so an Israel und den Menschen hier aufgefallen ist.

Zu aller erst: Israel ist wunderschön! Ich liebe Tel Aviv und es wunderbar, so nah am Meer zu leben. Da die Temperaturen ja immer noch durchgehend bei 30°C liegen, kann man auch jetzt noch entspannt baden gehen. Die Badekultur in Tel Aviv unterscheidet sich jedoch deutlich von der Ostsee: Statt Strandkorb und kleinen Kindern sieht man hier muskulöse Männer, die am Strand trainieren. Noch nie habe ich so viele Poser und gutaussehende Menschen auf einem Haufen gesehen. Hier gilt das Motto: Sehen und gesehen werden. Ob man das jetzt gut findet oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen ;).

Während des letzten Monats hatten wir verschiedene Teachings: das Orientierugsseminar, den Sprachkurs und dann letzte Woche das Nursery Training. Alle hatten eins gemeinsam: Wir haben uns währenddessen den Arsch abgefroren! Die Israelis haben wirklich ein gestörtes Wärme-Kälte-Empfinden. Geht man aus dem Haus schwitzt man, steigt man in den Bus, empfängt einen der Nordpol. Ich habe jeden Tag eine lange Bluse mit, um nicht zu erfrieren. Während des Orientierungsseminars saßen wir sogar im Wollpulli da! Der einzige Kommentar unserer Betreuer war nur: Ist doch gar nicht so kalt! Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass hier 6 Monate im Jahr so warme Temperaturen herrschen, auf jeden Fall hat die Klimaanlagen-Kultur der Israelis für die ein oder andere Erkältung unter uns Freiwilligen gesorgt…

Soldaten an der Bushaltestelle im Zentrum von Tel Aviv

Eine weitere Auffälligkeit ist die Präsenz des Militärs im Alltag. Für alle, die es noch nicht wissen: In Israel herrscht eine Wehrpflicht. Frauen müssen 2 Jahre ableisten, Männer 3 Jahre. Alle Jugendlichen in unserem Alter dienen also dem Militär. Das sorgt dafür, dass man auf der Straße oft Soldaten sieht und nicht selten tragen sie auch Waffen. Wenn ich einen Soldaten mit Maschinengewehr sehe, finde ich das erstaunlicherweise gar nicht mehr so schlimm. Ich empfinde es sogar überraschenderweise als sicher. Unwohl wird mir nur, wenn ich Zivilisten mit riesigen Gewehren durch die Einkaufsmeile laufen sehe. Ich fand es auch leicht beunruhigend, als der Gewehrlauf eines Soldaten während meiner Busfahrt in die Stadt die ganze Zeit direkt auf mich gezeigt hat. Aber das gehört hier einfach dazu, daran muss man sich gewöhnen. Man kommt übrigens auch in keine Shopping-Mall oder in keinen Bahnhof rein, ohne sich erstmal einer Taschenkontrolle unterziehen zu müssen! Ich habe mich letztens mit einem Israeli unterhalten, der meinte, dass es, wenn es diese Militärpräsenz nicht gebe, Israel nicht mal halb so sicher wäre. Das regt einen dann doch zum Nachdenken an.

Insgesamt gesehen sind die Israelis aber trotzdem total offene und herzliche Menschen. Nirgendwo in Deutschland sind mir so freundliche, hilfsbereite und aufgeschlossene Leute begegnet. Total leicht kommt man mit ihnen ins Gespräch. Auf unserer Fahrt nach Haifa haben wir uns ganz spontan eine Stunde lang mit einem Soldaten unterhalten. Auf der Straße helfen einem die Menschen ganz selbstverständlich und nehmen Umwege in Kauf, bloß um einem behilflich zu sein. Unseren ganzen ersten Einkauf über hat uns eine Omi begleitet, die uns geholfen hat, die Supermarkt-Angebote zu übersetzen. Als wir versucht haben, unsere Buskarte zu bekommen und gescheitert sind, hat eine Frau von sich aus extra nochmal nachgefragt und uns im Nachhinein gesagt, warum es nicht geklappt hat. Allerdings gibt es auch genauso viele unglaublich unfreundliche Leute. Es gibt wirklich kein Dazwischen. Entweder wirst du mit offenen Armen empfangen oder angeschrien.

Eine weitere Eigenart der Israelis: alte Möbel werden einfach auf die Straße gestellt und von anderen Leuten mitgenommen. Wir vermuten auch, dass unsere Sofas von der Straße sind. Ich weiß auch nicht, ob ich das Ganze ecklig oder cool finden soll :D.

Und last but not least: Israel ist so unglaublich teuer! Eine Packung Käse kostet 4 Euro. Joghurt kostet 4 Euro. Der billigste Wein kostet 4-5 Euro. Bier liegt bei mindestens 1,50€ pro Flasche im Supermarkt. Bei den Restaurants muss ich gar nicht erst anfangen. Wir haben schon oft Israelis gefragt, wo man die billigsten Lebensmittel kaufen kann und nicht selten mussten wir uns die Antwort anhören: ,,Everything in Israel is expensive!“. Sad but true… Vor allem für meinen Geldbeutel traurig.

Die Isralis können manchmal echt verrückt sein, aber mir gefällt es hier immer besser. Besonders die freundliche und offene Art lerne ich immer mehr zu schätzen!

Bis dahin, Lehitraot!

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