Als ich noch in Deutschland war, habe ich für ein halbes Jahr Krav Maga, einen israelischen Kampfsport, ausprobiert. In meiner allerletzten Unterrichtsstunde kam ich mit einem Mädchen ins Quatschen. Nach dem Training haben wir uns noch für eine Stunde unterhalten und Lebensgeschichten ausgetauscht. Ihr Freund war auch für ein Jahr in Israel gewesen. Begeistert berichtete sie mir von einem „Timna Nationalpark“ und davon, wie sie dort Sterne fotografiert hätten. Ich war von ihren Beschreibungen total begeistert und setzte mir als Ziel: Ich will dahin!

Letztes Wochenende war es soweit. Mit Toni wollte ich endlich meinen Traum umsetzen. Hinter mir lag eine aufregende Woche: An einem Tag hatten wir ein Seminar über die Geschichte der Israelis und Palästinenser. Freiwillige aller Städte und Einsatzstellen Israels kamen zusammen. Gemeinsam fuhren wir nach Barta’a, einem Dorf, dass 1949 geteilt wurde. An einem anderen Tag stach Toni mir ein zweites Ohrloch!

Freitagmorgen um 7 Uhr fuhren wir dann los, in Richtung Wüste. Aber, aller Anfang ist schwer: Ich vergaß mein Frühstück, musste nochmal zurück und bin den Weg zum Bus mit meinem schweren Rucksack auf dem Rücken gerannt. Zum Glück haben wir ihn noch bekommen. Trotzdem verpassten wir in Ber Sheva aufgrund der ‚Verlässlichkeit‘ des israelischen Bus- und Bahnsystems den Anschlussbus. Aber wir hatten wieder Glück. Nur 40 Minuten später kam ein Alternativbus.

See am Campingplatz

Gegen 13 Uhr kamen wir an unserer Haltestelle an. Mitten im Nichts stiegen wir aus und latschten eine weitere halbe Stunde bis zum Nationalpark. Dort angekommen wurde uns verkündet, dass es bis zu unserem Schlafplatz noch 10 km Laufweg wären. Wir waren schon am Überlegen, Fahrräder zu mieten, als einer Mitarbeiterin einfiel: „Ach, ich fahre ja in einer halben Stunde eh dahin, ich kann euch doch mitnehmen!“ Das Angebot haben wir natürlich nicht ausgeschlagen.

Unser Zelt haben wir schlussendlich neben einem künstlich angelegten See aufgeschlagen. Wir wollten aber die letzten hellen Stunden noch nutzen und machten uns gleich auf zu den Solomons Pillars. Die Gesteinsformationen waren echt unglaublich. Wir sind rumgeklettert und haben uns unseres Lebens erfreut.

Das Abendessen barg jedoch eine böse Überraschung: Toni hatte den Hummus vergessen, sodass wir nur Mais und Gurke zum Füllen unserer Pitas hatten. Mhh, lecker…! Doch wieder war uns jemand wohl gesonnen: Spontan wurden wir zum Shabbat-Dinner eines Kibbutzes eingeladen und konnten uns die Bäuche mit gutem Essen voll geschlagen. Nach dieser unverhofften Überraschung liefen wir noch einmal ein Stück hinaus in die Wüste. Wir wollten uns die Sterne anschauen. Irgendwann standen wir da und suchten den Himmel nach Sternenbildern ab. Es war ein wirklich magischer Moment…

Nach einer kalten Nacht ging es für uns richtig los. Wir packten unser Gepäck und stiefelten schnurstracks los. Eigentlich wird es empfohlen, den Park mit einem Auto oder Rad zu erkunden, da er so weitläufig ist. Doch Toni hatte sich gewünscht, dass wir wandern. Zum Glück fanden wir freundliche Urlauber, die unser Gepäck mit zum Eingang nahmen. Den ganzen Tag über liefen wir durch die weitläufige Landschaft und erkundeten die verschiedensten Gesteinsformen und Canyons.

,,The Mushroom“

Ich kann nicht mehr dazu sagen, außer, dass es unglaublich schön und beeindruckend war. Ich habe so etwas noch nie in meinem Leben gesehen. Die Bilder sprechen an dieser Stelle für sich…

Erschöpft, aber glücklich kamen wir letzten Endes wieder am Eingang des Nationalparks an. Wir waren so ausgelaugt, dass wir uns sogar auf die vor uns liegenden fünf Stunden Busfahrt freuten. Ein letztes Hindernis gab es allerdings noch: Die Busfahrt war 30 Shekel teurer als erwartet, dafür reichte unser Bargeld nicht aus. Allerdings hatten wir wieder einmal Glück. Einer der Passagiere bezahlte die insgesamt fehlenden 40 Shekel (10€!) für uns und wollte sie nicht mal zurück haben! Das hat uns zum einen den Arsch gerettet, zum anderen finde ich ein solches Verhalten wirklich inspirierend. Es stellt einen vor die Frage, wie man in einem solchen Moment handeln würde und hält einen dazu an, es unserem „Retter in der Not“ gleich zu tun.

Das war unser wunderschönes Wochenende! Dieses Wochenende arbeite ich durch, da nächste Woche mein Opa und meine Schwester kommen. Ich freue mich schon riesig auf sie!

Bis bald, lehitraot! 

Achtung, Steinböcke!
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