Shalom!

Die Reaktion meiner Mama als ich ihr erzählte, dass ich heute dorthin fahren würde, wo Schnee liegt, sah ungefähr so aus: ,,Isabel, du bist im Nahen Osten. Wo gibts da Schnee …???“

Tatsächlich gibt es einen Ort in Israel, an dem jedes Jahr Schnee liegt: der Berg Hermon im Norden des Landes, direkt an der Grenze zum Libanon. Er beherbert das einzige Ski- und Wintersportresort Israels. Und ganz ehrlich, wie lustig ist es bitte, in Israel Schnee zu sehen?

,,Ha’ar Hermon“

Ich war vorerst skeptisch gegenüber dem „Skifahren“-Teil unseres Plans. Das letzte Mal bin ich 2008, vor 12 Jahren Ski gefahren. Jedoch packte mich dann die Vorfreude und ich schloss mich unserem Trupp an.

Insgesamt mitgekommen sind Toni und ich aus Tel Aviv, vier Jerusalemer Freiwillige, darunter Manu und Lotti, die auch mit mir in Ein Gedi waren, und Benedict, ein Freiwilliger aus Haifa.

Wir mieteten einen Schlafplatz, nahmen einen Tag frei und fuhren kurzerhand die 4,5h nach Majdal Shams, einem Kaff in der Nähe vom Hermon hoch. Empfangen wurden wir von unserem arabischen Gastgeber mit Tee und Keksen. Als wir dann ganz deutsch unser mitgebrachtes Essen auspackten und anfingen zu kochen, schaute er nicht schlecht .. 😀

Am nächsten Tag ging es für uns auf die Piste! Nachdem wir zum Skigebiet getrampt waren, unsere Ausrüstung ausgeliehen und angeschnallt hatten, standen wir dann da. Bei -2°C. Im Schnee. Auf Skieren. Und nun???

Toni und ich waren die blutigen Anfänger unserer Gruppe. Eigentlich sind wir nur aus Spaß und der Ironie heraus mitgekommen. Für uns beide war es das erste Mal seit einer sehr langen Zeit auf Skiern. Also ging es für uns erstmal ganz professionell zur Kinderpiste. Als ich nach unserer ersten ,,Abfahrt“ vom Lift den Hang hochgezogen wurde, realisierte ich erstmal, dass ich gerade wirklich in Israel Ski fahre! Cooles Gefühl.

Nachdem ich die ersten Versuche ganz erfolgreich gemeistert hatte, befand ich mich durch irgendwelche seltsamen Umstände auf einmal mit Manu auf dem Lift hoch zur roten Piste. Tja, und oben angekommen gab es auch kein Zurück mehr. Also noch einmal tief Luft holen und runter da. Und es war so geil! Natürlich habe ich mich ein paar Mal hingelegt, aber zum Teil bin ich richtig schnell den Berg hinunter! Unten angekommen war ich voll mit Adrenalin und Glückshormonen.

Leider zog es sich dann zu und begann zu schneien. Toni und ich entschieden uns deswegen, im unteren Teil der Piste zu bleiben (nicht so wie die anderen Profiskifahrer-Adrenalinjunkies unserer Gruppe). Außerdem haben wir uns noch eine Pause auf der Techno-Berghütte gegönnt. Umgeben von intensiven Graswolken, bester Clubmusik und bierschlürfenden Israelis genossen wir unseren Kaffee. Gewissermaßen ein wenig Tel Aviv-Feeling auf 2800 Höhenmetern.

Unser Weg zurück gestaltete sich als ein wenig aufregender als geplant. Wir waren so spät dran, dass fast keine Autos mehr auf dem Parkplatz standen, die uns mit runter nehmen könnten. Jedoch waren wir aufs Trampen angewiesen. Toni und ich standen am Ende bei 2°C alleine da und hatten unfassbar großes Glück, als wir von einem der letzten Autos mitgenommen und sogar bis vor die Haustür gefahren wurden!

Am nächsten Tag ging es für uns wieder nach Tel Aviv. Empfangen wurden wir mit Sonnenschein und 15°C. Bei uns kamen echte Frühlingsgefühle auf. Da wir uns ja einen Tag freigenommen hatten, lag das gesamte Wochenende noch vor uns. Und was macht man an einem freien Wochenende in TLV? Natürlich feiern und das Nachtleben der Stadt genießen! 😀

Jetzt bin ich wieder zurück auf Arbeit und kann nur von meinem nächsten Mal Skifahren träumen. In meinem nächsten Eintrag werde ich die Ereignisse des Januars ein wenig für euch zusammenfassen. Es tut mir leid, dass schon wieder so lange nichts gekommen ist.

Bis dahin, lehitraot meine Lieben!

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