Shalom!

Da ich im Dezember so wenig geschrieben habe, hier ein Eintrag, der die letzten Wochen zusammenfasst:

Unsere Adeventszeit wurde ganz Tel-Aviv-mäßig mit einer (Advents-)Party eingeläutet. Danke an unsere geliebte Nachbar-WG für den lustigen Abend! Sie haben sogar einen ,,Weihnachtsbaum“ aus Palmenblättern und richtige Weihnachtsdeko gebastelt! Am nächsten Tag waren wir mit Freunden aus Haifa im Tel Aviver Art Museum. Das Museum ist riesig. Wir konnten bei Weitem nicht alles sehen. Doch die Ausstellungen wechseln regelmäßig, ich werde auf jeden Fall nochmal hingehen müssen.

Leider folgten auf dieses Wochenende zwei dunkle Wochen. Mittlerweile war die anfängliche Hochphase überwunden, Alltag und Normalität kehrten ein. Wenn man aber nur Action und Rumreisen ,,gewöhnt“ ist, kommt einem der Alltag schnell eintönig vor. Ich errinnere mich, nachmittags aus dem Krankenhaus zu kommen und nichts mit mir selbst anfangen zu können. Krampfhaft suchte ich nach einer Beschäftigung, einer Ablenkung von meiner Unzufriedenheit. Ich war ruhelos und saß wie auf heißen Kohlen. Ich wollte endlich wieder abends nach Hause kommen und erschöpft ins Bett fallen. Zu Odea meinte ich:,, I`m bored of having nothing to do.“ Als jedoch ein wenig Zeit ins Land ging und Weihnachten immmer näher rückte, füllte sich zum einen mein Wochenplan wieder, andererseits wurden meine Gedanken auch auf andere Sachen gelenkt. Mittlerweile habe ich diese Phase überwunden. Ich habe mir Pläne gemacht, wie ich meine Zeit füllen möchte und nehme das jetzt auch in Angriff.

Wohnlichkeit kehrt ein

Außerdem gab es einige Lichtblicke in dieser dunklen Zeit: Eines Tages kamen wir vom Sprachkurs zurück, da stand vor unserem Haus ein Regal. Begeistert zeigte ich es Toni. Ihr gefiel es auch. Also haben wir nicht lange weiterüberlegt und das Regal nach oben in unser Apartment geschleppt. Jetzt sieht unser Zimmer auch wirklich wie ein Zimmer aus! 🙂

Ein paar Tage später klopfte es an unserer Tür. Unsere Nachbarn standen davor und erklärten uns verzweifelt, dass, sobald wir warm duschten, unser Wasser in ihre Wohnung laufen würde. Es gab ein Leck in der Warmwasserleitung. Für uns hieß das: eine Woche lang nur eiskalt duschen! Juhu! Anfangs hatte es noch eine gewisse Komik in der Dusche zu frieren und dabei ,,Ice Ice Baby“ zu hören, aber leider wurde ich sehr schnell krank. Da Wohnungen in Israel nämlich grundsetzlich keine Heizungen haben, kühlte unsere sehr schnell aus. In Kombination mit einer Eisdusche jeden Tag nur semi-cool. Auf jeden Fall bekamen wir einen Handwerker, der unser Problem lösen sollte. Unser ,,Handyman“ Eli beschloss dann, alle Wasserleitungen neu zu verlegen. Israelische Qualitätsarbeit unterscheidet sich jedoch deutlich von deutscher (Löcher in den Wanden, zentimeterdicker Staub, offene Wände, Chaos). Für zwei Wochen lebten wir -sagen wir mal- sehr provisorisch. Das war ein Spaß :-). Mittlerweile ist alles überstanden. Wir haben wieder Warmwasser und geschlossene Wände.

An dem Wochenende vor Weihnachten haben Toni und ich unsere lieben Freunde in Haifa besucht. Haifa begrüßte uns bewölkt und voller Regen. Bevor wir jedoch traurig über das Wetter werden konnten, entdeckten wir, was es heißt, wenn Gussregen einen Berg ohne Abflüsse runterläuft. Auf den Straßen bildeten sich richtige Flüsse. Da mussten wir natürlich rein! Gesagt, getan, auf gings in die Wasserschlacht! Unterkühlt, aber glücklich kamen wir zurück in die Wohnung. Am Samstag danach haben wir beim Plätzchenbacken das erste Mal in Israel richtige Weihnachtsstimmung verspürt. Außerdem haben wir uns die Bahai-Gärten, die einzigste Sehenswürdigkeit Haifas, angeschaut.

Legendärer Bratapfel

Weihnachten wird ins Israel nicht groß gefeiert. Im Krankenhaus haben sie mir sogar erzählt, dass Weihnachen von den Juden nicht gemocht wird, da am 24.12. viele Juden im Holocaust vernichtet wurden. Silvester wird auch skeptisch betrachtet, da der liebe Herr Silvester ein Antisemit gewesen sein soll. Wir haben es uns trotzdem nicht nehmen lassen, ein Stück Weihnachten in die Ferne zu holen. Kurz vor Weihnachten haben wir ein festliches Bratapfel-Essen mit winterlicher Musik und gemütlichem Beisammensein veranstaltet.

Und ein Geschenk haben wir auch bekommen: Meine Mitbewohnerin Harriet hat eine kleine Babykatze auf der Straße gefunden, die jetzt Teil unserer WG werden soll. Sie ist nur zwei Monate alt. Wir haben ihr den Namen ,,Motek“ gegeben, der soviel wie ,,Süße“ auf Hebräisch heißt (und auf polnisch bedeutet es ,,Hammer“).

Bis bald, lehitraot!

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