Shalom!

First of all: es tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe! Ich habe es einfach total verpeilt… Letztens musste ich meinen Zwischenbericht über die ersten drei Monate hier schreiben. Unter anderem wurde ich über meinen Arbeitsalltag und -abläufe gefragt. Das nehme ich jetzt einfach mal als Anlass, dies hier mit euch zu teilen.

Also Trommelwirbel und Bühne auf! Hier kommt mein Tag im Krankenhaus:

Vitalzeichen am Morgen

Meine Schicht geht von 7:00 bis 15:00 Uhr. Ich bin meistens kurz nach um 7 Uhr auf der Station. Das gibt mir genügend Zeit mich umzuziehen, noch kurz mit den Schwestern zu quatschen und ein Gläschen Wasser zu trinken, ehe ich mich gegen 7:15/7:30 Uhr ans Blutdruckmessen mache. Ich bin für den Blutdruck aller Patienten (zwischen 35 und 40 Personen) auf der Station zuständig. Mit meinem Wägelchen gehe ich dann in jeden Zimmer und messe Blutdruck, Fieber, Sauerstoffgehalt und Puls. Kommt mir etwas nicht koscher vor, melde ich es den Schwestern. Halb 10 bin ich dann meistens fertig. Daraufhin geht es in die Frühstückspause. Wenn ich Glück habe, kann ich die mit einer Kollegin oder meiner israelischen Freiwilligen zusammen machen. Danach werden die Tabletts fürs Mittagessen vorbereitet. Bis 11:30 Uhr erledige ich anfallende Aufgaben. Mal muss ich den Alkohol auffüllen, mal Betten und Nachtschränke putzen, mal kann ich einer Patientin in der Dusche helfen oder mache Botengänge. 11.30 Uhr geht es dann an das Blutzucker messen.

Date an der Sterilisatia

Danach tausche ich im Keller die gebrauchten, dreckigen Masken und Schüsseln in neue, sterile um. Hier treffe ich oft meine Mit-Freiwilligen oder halte ein lustiges Pläuschchen mit den Angestellten. Meine Mittagspause geht cira von 12:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Oftmals muss ich dann noch irgendwas von irgendwo holen oder hinbringen. Nachdem ich die Tabletts nochmal fürs Abendbrot vorbereitet hab, setze ich mich meistens in den Empfangsbereich und helfe Patienten. Manchmal habe ich auch Zeit, mit meiner israelischen Freiwilligen Odea zu chillen und Kaffee zu trinken. Odea ist auch 19 Jahre alt und leistet ihren Zivildienst im Krankenhaus ab. Ihre Aufgabe auf der Station ist es lediglich, Blut zu nehmen. Sie ist übrigens auch nie um 7 Uhr da, sondern kommt so zwischen 8:00 und 9:30 Uhr auf Station eingetrudelt (israelisch halt!). Kurz vor 15 Uhr geht’s dann nach Hause!

Wird mir manchmal langweilig? Ja. Fühle ich mich manchmal unterfordert? Ja! Gibt es trotzdem gute Zeiten? Hach, machmal, ganz manchmal gibt es ein kleines Licht im Dunkeln… 😀

Nein, so schlimm ist es nicht. Ich wusste ja, was auf mich zukommt. Außerdem lerne ich fleißig Hebräisch und mache mir mit den anderen Freiwilligen eine schöne Zeit. Ich lerne viel über Zwischenmenschliches, Beziehungen und die Abläufe im Krankenhaus. Zum Beispiel habe ich hier festgestellt, wie sehr ich alte Leute mag. Etwas, was ich vorher noch gar nicht über mich wusste. Mit dem ein oder anderen Patienten habe ich sogar schon Nummern ausgetauscht, hihi!

Bis bald, lehitraot!

Isabel

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